Bildhaftes von der Radtour 2014

Ende Juni 2014 veranstaltete der UWB, wie bisher fast jedes Jahr, eine Radtour. Startpunkt war, wie kann es anders sein, der Bahnhof Dannenwalde. Von da aus fuhren wir zuerst ein Stück auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen Richtung Berlin/Zehdenick über Zabelsdorf, Mariental und Burgwall. In Burgwall verließen wir den Radweg und folgten zirka 1 Kilometer der Straße nach Neuhof/Zehdenick. Im Wald bogen wir dann links ab auf einen Waldweg, der als Wanderweg nach Vogelsang ausgeschildert ist. Diesen Weg bis nach Vogelsang zu fahren, ist nicht zu empfehlen, da er märkisch tief-sandig ist. Das taten wir dann auch nicht, sondern bogen schon nach 100 Metern nach halblinks ab, an einer Schranke vorbei auf gut befahrbarem Waldweg in ein ehemaliges Militärgebiet. Unser Ziel war nämlich die bereits halb zurückgebaute (plattgemachte)  Garnisonsstadt der Roten Armee bei Vogelsang. Dort lebten zu den betriebsamsten Zeiten ca. 15 000 Menschen, Soldaten, Offiziere und die Angehörigen der höheren Offiziere.

Mehr Informationen gibt es hier: 

Politische Bildung Brandenburg und Spiegel online – Lost Places

sowie durch den Film Lenin in Vogelsang

Wir sahen dort, wie die erste Schicht Natur die Gebäude der ehemaligen Kaserne schon wieder in ihren Besitz genommen hatte: Birken wachsen aus Dachrinnen, Pilze an den Wänden und aus den Böden, das Mauerwerk wird mit beharrlicher Kraft auseinander gedrückt, so dass die Vegetation immer mehr Lücken und Öffnungen findet, um sich hineinzudrängen ins verlassene Menschenwerk.

Besonders bestaunt haben aber alle Teilnehmer der Radtour die Reliefs auf der Innenseite der Umrandungsmauer. Die Szenen zeigen, wie die Sowjetmenschen heroisch den Aufbau des Sozialismus vorantreiben. Der verwitterte Zustand des Kunstwerks zeigte, dass es höchste Zeit war, diesen Ort zu besuchen, um noch dieses Zeugnis einer vergangenen Ära betrachten zu können.

Nachdem wir auch einige andere noch vorhandene Gebäude, wie Schule und Konsum, und die großen Blocks, in denen die einfachen Soldaten wohnten, gesehen hatten, fuhren wir wieder über Burgwall nach Mariental und kehrten beim Marientaler ein. Ein Gasthaus mit preiswertem soliden Essen.

Zum Abschluss saßen wir noch beisammen, haben uns über den gelungenen Tag gefreut und beschlossen, dass 2015 auch eine Radtour stattfinden soll. Was, inzwischen weiß ich das ja, auch geklappt hat.